„Was hab ich mir dabei nur gedacht?!“

Welcher Fotograf kennt es nicht: Man stößt auf ein altes Foto, das vor ca. einem Jahr geschossen und anschließend bearbeitet wurde. Sofort schießen kritische Gedanken in den Kopf: „das Foto ist zu hell. Das Pferd steht ja total unvorteilhaft. Wieso ist das Foto eigentlich so gelb?“.

Aber anstatt sich über seine alte Arbeit zu ärgern, sollte man sich in diesem Moment doch eher darüber freuen, dass man sich offensichtlich weiterentwickelt hat. Denn Fakt ist: Würde ich das Shooting heute noch einmal machen, sähen die Fotos komplett anders aus. Und das ist auch gut so. Nur so können wir für uns selbst feststellen, dass wir unseren eingeschlagenen Weg fortsetzen und nicht lange auf einer Stelle treten.
Unser persönlicher Geschmack entwickelt sich weiter, unsere Ansicht zu Farben, Perspektiven, Lichtverhältnissen.
Lange Zeit – eigentlich das komplette letzte Jahr – wollte ich mit meinen Bildern vor allem eines ausdrücken: Wärme. Und die unterstrich ich stets mit viel Gelb und Rot. Heute für mich undenkbar. Ich mag inzwischen vor allem die Kombination aus Wärme und Kälte – Kalt-Warm-Kontrast nennt sich das auch. Allen denjenigen, die sich bereits mal mit der Farblehre beschäftigt haben, dürfte dies ein Begriff sein (Für alle anderen habe ich hier eine kleine Beschreibung in Kurz und Knapp: Kalt-Warm-Kontrast ).

Hierzu möchte ich euch gerne ein Beispiel zeigen. Ich habe mir ein Foto herausgepickt, das ich letztes Jahr gemacht habe, und habe es in meinem nun „neuen Stil“ bearbeitet.

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Das Bild mit der neuen Bearbeitung wirkt insgesamt viel harmonischer und plastischer. Das Gelb im alten Foto erdrückt mich schon beinahe und zerstört die Ausgewogenheit zwischen Höhen und Tiefen. Es wirkt insgesamt einfach „matschig“ und „unrund“.

Aber solche Bilder sind es, aus denen wir lernen. Sorgen sollten wir uns machen, wenn wir uns ein altes Bild anschauen und uns denken: „Ja, das würde ich noch ganz genauso machen.“ Das bedeutet entweder, dass wir uns nicht weiterentwickelt haben oder dass wir bereits an unserem Endstand angekommen sind. Nachdem Letzteres aber sehr unwahrscheinlich ist – in der Fotografie und Bearbeitung lernt man einfach niemals aus – ist es an diesem Punkt wieder einmal an der Zeit, die eigenen Grenzen zu erweitern, Neues auszuprobieren und über den Tellerrand zu blicken. Holt euch Inspiration, bucht einen Workshop oder ein Coaching, holt euch etwas für euch völlig Untypisches vor die Linse. Seid mutig und probiert Neues aus!

Also freut euch, wenn ihr euch in Zukunft alte Bilder anschaut und euch der Satz „Oh Gott, was hab ich mir dabei nur gedacht?!“ in den Kopf schießt – denn dann seid ihr auf dem richtigen Weg!

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Ein Gedanke zu “„Was hab ich mir dabei nur gedacht?!“

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